2000

„Eine unverwechselbare Marke“

Um die Neuausrichtung zum Logistikdienstleister umzusetzen, lief im Jahr 2000 das umfassendste Investitionsprogramm in der Geschichte des Hafens an. Die erste Hälfte der insgesamt rund 230 Millionen Euro war für die weitere Erschließung und Vermarktung von logport vorgesehen, die andere für strategische Projekte wie den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und multimodale Umschlageinrichtungen.

Zu den wesentlichen Herausforderungen für den Vorstandsvorsitzenden Erich Staake gehörte auch die Aufgabe, die rund 200 Mitarbeiter in die neue Zeit mitzunehmen. Sie kannten den Hafen als Verwaltungseinrichtung und nicht als marktorientiertes Dienstleistungsunternehmen.

„Jeder einzelne Mitarbeiter war aufgerufen, sein Selbstverständnis auf das neue Firmenleitbild auszurichten“, so Erich Staake. „Wichtig war auch der neue Unternehmensauftritt. Unsere Muttergesellschaft nannte sich immer noch Duisburg-Ruhrorter Häfen AG oder Rhein-Ruhr Hafen Duisburg. In einer internationalen Branche wie der Logistik braucht man einen Namen mit einem hohen Wiedererkennungswert. Die Umbenennung in duisport und das damit verbundene Setzen einer unverwechselbaren Marke waren überfällig.“

Die neue Dachmarke verbindet den Standort Duisburg mit dem englischen Begriff für Hafen- und Logistikzentrum und unterstreicht die Ausrichtung des Unternehmens als internationale Logistikdrehscheibe. Hinzu kam ein neues Logo: zwei ineinandergreifende Rauten. Sie symbolisieren den Hafen mit „seinen“ Unternehmen und machen deutlich, dass die Arbeit im Hafen stets ein partnerschaftliches Miteinander ist.

Ein neues Geschäftsmodell

Aus der einstigen Hafenverwaltung sollte ein marktorientiertes Dienstleistungsunternehmen werden, das sich an den Bedürfnissen seiner Kunden orientiert. Neben dem Ausbau der Aktivitäten rund um die Vermarktung von Flächen und Logistikimmobilien wurde insbesondere der Einstieg in logistische Dienstleistungen vorangetrieben. Dazu entstanden unter der Dachmarke duisport zahlreiche Tochtergesellschaften.

Die bereits Ende der 1990er Jahre gegründete duisport agency GmbH (dpa) ist die zentrale Vertriebsgesellschaft der duisport-Gruppe. Die dpa kooperiert mit internationalen Bahngesellschaften und Reedereien, optimiert Transport- und Logistikketten und entwickelt gemeinsam mit Kunden maßgeschneiderte Logistiklösungen.

Als Erweiterung der logistischen Dienstleistungen im Hafen und der Region wurde im Mai 2001 die duisport rail GmbH (dpr) gegründet. Als eigene Bahngesellschaft des Duisburger Hafens übernimmt sie Transportleistungen für zahlreiche regionale Bahnshuttles und stellt die optimale Abstimmung zwischen den Hafenbereichen und diversen Terminals sicher.

Mit der dfl duisport facility logistics GmbH folgte 2002 eine weitere Tochtergesellschaft. Sie ist für Dienstleistungen im Bereich der Hafenlogistik, des Facility Managements sowie der Wartung von Container- und Brückenkränen zuständig.

Mit dem zunehmenden Angebot an logistischen Dienstleistungen gewann der Logistikplatz Duisburg weltweit an Attraktivität. Dass duisport seit der Jahrtausendwende verstärkt auf Internationalisierung gesetzt hatte, zahlte sich nun aus: Mit der Einführung des Euro in der Bundesrepublik Deutschland und elf weiteren Mitgliedsländern der Europäischen Union entstand 2002 einer der weltweit größten Wirtschaftsräume mit einer gemeinsamen Währung.

Europäische Unternehmen konnten nun die Vorteile des Binnenmarkts voll ausschöpfen und ohne Wechselkursrisiko in der Eurozone und damit auch in Duisburg investieren.


Seit 2000 tritt der Duisburger Hafen als duisport auf; oben Wolfgang Clement 2002 bei der Eröffnung des DIT-Container-terminals; links duisport auf der alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Leitmesse transport logistic in München 2015.

Symbol für den Strukturwandel

Während duisport seine Dienstleistungen erweiterte, wuchs auch logport. Bereits am 2. Februar 2000 hatte die britische P&O Group im Beisein von Bundeskanzler Gerhard Schröder eine Vereinbarung über ihr zukünftiges Engagement unterzeichnet und die Errichtung eines trimodalen Containerterminals bekannt gegeben.

Als Gerhard Schröder das logport-Areal besichtigte, zeigte er sich von dem positiven Verlauf des Strukturwandels beeindruckt. Nach zwei Jahren Bauzeit war es so weit: Am 11. September 2002 eröffneten der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement und Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig das Duisburg Intermodal Terminal (DIT).


Hoher Besuch. Am 2. Februar 2000 verschafft sich Bundeskanzler Gerhard Schröder (Mitte) einen Eindruck von logport und begrüßt, mit duisport-Chef Erich Staake (links), einen weiteren Investor, den niederländischen Logistiker Wim Vos (rechts).

Zwischen dem DIT und den Nordseehäfen Rotterdam sowie Antwerpen gab es nun regelmäßige Schiffsverbindungen. Außerdem verkehrte seither mehrmals pro Woche ein Bahnshuttle nach Antwerpen. Damit wurde duisport zu einer wichtigen Hinterlanddrehscheibe für die ebenfalls schnell wachsenden Seehäfen an der niederländischen und belgischen Küste.

Zufrieden und stolz bezeichnete Wolfgang Clement logport bei der DIT-Eröffnung als „Symbol für den Strukturwandel in Nordrhein-Westfalen“.

Dass die Errichtung des Duisburg Intermodal Terminals eine wichtige Basis für die weitere Vermarktung der Flächen auf logport war, hatte sich schon vor dessen feierlicher Eröffnung abgezeichnet: So hatte Kühne + Nagel mit dem Bau eines 24.000 Quadratmeter großen Warehouses begonnen. Bereits 2001 hatte CM Eurologistik eine Logistikhalle mit Verschieberegalen eingeweiht – zu diesem Zeitpunkt eine der größten in Europa.


Von logport überzeugt. Der EU-Kommissar für Regionalpolitik Michel Barnier (Zweiter von links) in Begleitung von Klaus-Michael Kühne (links), der damaligen nordrhein-westfälischen Europaministerin Hannelore Kraft und Erich Staake (rechts) unterwegs im logport.