Neuer Gesellschafter
Es geht wieder Aufwärts
Nach den mageren Nachkriegsjahren ging es ab 1948 für die Duisburg-Ruhrorter Häfen wieder bergauf – vor allem dank amerikanischer Hilfe. Weil die USA erkannten, wie wichtig ein wirtschaftlich starkes und stabiles demokratisches Westdeutschland im beginnenden Kalten Krieg war, setzten sie sich für einen zügigen Wiederaufbau ein. Am 3. April 1948 gab der amerikanische Kongress die ersten Gelder für den Marshallplan frei, ein milliardenschweres Hilfsprogramm für Westeuropa. Ein Teil dieser Mittel kam auch dem Hafen zugute: Die Hafag erhielt einen Kredit in Höhe von 1,6 Millionen D-Mark für Arbeiten an der Marientorschleuse. Gleichzeitig wurden die Demontagen eingestellt. In Duisburg blieben die August Thyssen-Hütte und die Niederrheinische Hütte bestehen – sie trugen zur wirtschaftlichen Erholung von Stadt und Hafen bei.
Mit 40-D-Mark in ein neues Leben
Eine wesentliche Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Marshall-Gelder war eine Währungsreform. Wegen der inflationären Geldvermehrung im Krieg war der Wert der Reichsmark ins Bodenlose gestürzt. Daher bereiteten die Westmächte für ihre drei Zonen die Einführung der D-Mark vor. Am 20. Juni 1948 war es soweit: Wie überall in Westdeutschland erhielten auch die Duisburger an öffentlichen Ausgabestellen pro Kopf 40 D-Mark – und erlebten, wie sich die Schaufenster der Geschafte über Nacht mit Waren füllten, die die Kaufleute bis dahin zurückgehalten hatten. Einen Tag nach der Währungsreform legte die Hafag ihre D-Mark-Eröffnungsbilanz vor. Das Grundkapital war auf die neue Währung umgestellt worden und betrug 18 Millionen D-Mark.
Wenige Monate nach der Wahrungs-reform bestellte der Hafag-Aufsichtsrat Wilhelm Sticht als zweiten Vorstand. Ab dem 1. Januar 1949 stand er Hermann Bumm als kaufmännischer Hafendirektor zur Seite. Das Jahr 1949 brachte eine weitere wesentliche Veränderung für die Duisburg-Ruhrorter Häfen. Mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai fiel der preußische Zwei-Drittel-Anteil am Hafen, den das Land Nordrhein-Westfalen seit seiner Gründung 1946 treuhänderisch verwaltet hatte, an den Bund. Die Bundesrepublik wurde neben Duisburg damit Gesellschafter der Hatag.
Unterdessen nahm der Wiederaufbau an Fahrt auf. Anstelle der 1945 gesprengten Karl-Lehr-Brücke entstand 1949 eine neue Brücke über die Ruhr. Weil es nicht genügend Stahl gab, wurde dafür ein alter Bogen der Kölner Hohenzollern-brücke verwendet, der in der Domstadt in drei Teile zerlegt, per Schiff nach Duisburg transpor-tiert, und dort wieder zusammengesetzt wurde.

Brücke in eine andere Zeit
Daneben setzten die Hafag und die im Hafen ansässigen Betriebe die Anlagen instand. Inzwischen waren neun elektrische Kohlekipper, zehn Getreideelevatoren sowie rund 100 Kräne wieder einsatzbereit. 1949 schlugen die Duisburg-Ruhrorter Häfen 9,5 Millionen Tonnen um. Doch das war nur der Auftakt.