Zukunftsthema: Green Economy 

Logistikstandorte sind Wegbereiter der Energiewende. So auch der Duisburger Hafen, der sich vom klassischen Umschlagsplatz zum Innovationsstandort für die Energietransformation in den Lieferketten entwickelt hat.

Dahinter steckt eine einfache Idee: Als größter Binnenhafen der Welt wollen wir eine moderne Plattform bieten, die den Anforderungen der zukünftigen Green Economy gerecht wird. Dabei verbinden wir wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischem Bewusstsein. Mit Investitionen in den Ausbau von klimafreundlicheren Verkehrsträgern und dem Aufbau nachhaltiger Supply Chains. Als Empfangshafen und verlässliche Drehscheibe für grüne Energie und erneuerbare Moleküle ins Hinterland setzen wir auf strategische Partnerschaften zwischen Industrie, Forschung und Wirtschaft, die Innovationen beschleunigen. Gleichzeitig bauen wir Brücken. Egal, ob regional oder global, oder zwischen Produktion und Hinterland.

Der Wasserstoffkorridor zwischen den Seehäfen wie Rotterdam, Antwerpen oder auch Amsterdam und Duisburg ist ein konkretes Beispiel. Die Seehäfen importieren grünen Wasserstoff bzw. Wasserstoffderivate wie Ammoniak, Methanol oder grünes Kerosin in großen Mengen aus Übersee. Duisburg empfängt die Energieträger und dient dann als Zwischenlanger und Verteilzentrum für die deutsche Industrie.

Der Duisburger Hafen verbindet so die Erzeugung von Wasserstoff weltweit mit dem regionalen Bedarf hier in Nordrhein-Westfalen. Der Schwerlastverkehr kann im Hafen sauber tanken. Binnenschiffe könnten perspektivisch H₂-basierte Energieträger bunkern. Entlang des Rheins könnte ein neuer Energie-Korridor entstehen, von den Seehäfen bis ins Ruhrgebiet und darüber hinaus bis nach Basel. Standards würden wachsen, Kosten sinken. Für die Industrie in Duisburg und NRW – von Logistik bis Stahl – entstünde ein verlässlicher Zugang zu grünem Wasserstoff und erneuerbaren Molekülen. So würde aus vielen Inseln ein System. Und aus einer Technik eine Versorgung, die im Alltag trägt.

Zukunftsthema: Wasserstoff 

Schon heute die Weichen für die Entwicklungen von morgen stellen. Das passiert bei uns, im Herzen des Ruhrgebiets. 

Dort verknüpft duisport Strom aus erneuerbaren Quellen mit Wasserstofftechnik. So lässt sich das Terminal ohne Dieselaggregate und ohne Lärm betreiben. Das Energiesystem kann Kräne, Gebäude und auch die Yard-Logistik versorgen. Für uns zählt jede Tonne CO₂, die wir vermeiden können. 

Für die Zukunft bedeutet das: Der Hafen wird zur Drehscheibe für grünen Wasserstoff im Rhein-Ruhr-Raum – für die Industrie und die Schifffahrt. Das DGT dient als Blaupause für andere Häfen. Unsere Partner entlang des Rheins können so rasch andocken, weil die Technik resilient und praxistauglich ist. 
 
Ein reales Projekt macht den Schritt vom Plan zur Praxis deutlich: enerPort II am Duisburg Gateway Terminal. Zusammen mit Forschungspartnern wie Fraunhofer UMSICHT und regionalen Energieunternehmen richtet duisport eine vernetzte Energieversorgung ein. Kernstücke der Energieversorgung der Zukunft sind: Photovoltaikanlagen, große Batteriespeicher, sowie Brennstoffzellen und Blockheizkraftwerksysteme. Sie helfen bei der Erzeugung von Wärme und Strom, sollte die Sonne einmal nicht scheinen. Eine Steuerung bündelt alles zu einem Microgrid.  

Diese Anlage könnte zu einem relevanten Ausgangspunkt für die Versorgung angrenzender Anwendungsbereiche werden. Wie zum Beispiel im Strassengüterverkehr oder benachbarte Industrieprozesse. Das Projekt enerport II ist als Reallösung gedacht und soll perspektivisch auf weitere Standorte übertragen werden können. 

Zukunftsthema: Digitalisierung

1. Die Zukunft entsteht nicht als einzelner großer Sprung, sondern durch viele entschlossene Schritte.

Was sich verändert? Mit dem RPIS (RiverPorts Planning & Information System) ist im Duisburger Hafen bereits der Grundstein für eine gemeinsame digitale Infrastruktur gelegt. Das Port Community System vernetzt zentrale Akteure wie Terminals, Reedereien, Häfen und weitere Beteiligte und ermöglicht den strukturierten Austausch von Daten in Echtzeit.

Die dahinterstehende Vision: ein durchgängig digital gesteuertes Hafen- und Hinterlandsystem, in dem Informationen entlang der gesamten Transportkette nahtlos fließen. Ziel ist es, Prozesse vorausschauender zu planen, Ressourcen besser zu nutzen und die Zusammenarbeit über Standorte und Länder hinweg zu vereinfachen.

RPIS ist damit ein erster, konkreter Schritt auf dem Weg zu einer stärker vernetzten und resilienten Logistik. Der Logistik der Zukunft.

2. Die Zukunft entsteht nicht als einzelner großer Sprung, sondern durch viele entschlossene Schritte.

Was sich verändert? Schiffe werden künftig einen immer größeren Teil ihrer Fahrt selbstständig bewältigen. Moderne Sensorik erfasst die Umgebung, während KI-gestützte Systeme die Navigation und Manöver automatisieren. Was heute noch rein manuell an Bord gesteuert wird, verlagert sich Schritt für Schritt in digitale Systeme.

Wie das in der Praxis aussieht, wird bereits direkt im Duisburger Hafen erprobt. Hier ist mit der NOVA ein hochmodernes Forschungsschiff des DST (Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme) unterwegs. Gefördert durch das NRW-Verkehrsministerium, testet das Projekt neue Technologien für autonome, emissionsfreie Binnenschiffe unter realen Bedingungen im Hafenbecken und auf dem Rhein.

Parallel dazu treibt duisport die Transformation über wegweisende EU-Forschungsprojekte maßgeblich voran:

  • NOVIMAR & NOVIMOVE: Hier entwickeln und testen wir Logistikkonzepte zur intelligenten Fluss-See-Anbindung sowie das Konzept des „Vessel Train“ – Schiffskonvois, bei denen ein bemanntes Führungsschiff autonome Folgeschiffe leitet.
  • SEAMLESS: Dieses Projekt schließt die logistische Lücke zur vollautonomen Binnenschifffahrt und entwickelt die dafür notwendigen landseitigen Infrastrukturen sowie digitale Kontrollzentren.

Die neuen Anforderungen an den Hafen Die autonome Schifffahrt verändert nicht nur das Verhalten auf dem Wasser, sondern stellen das gesamte Hafenmanagement vor völlig neue Herausforderungen. Wenn sich keine Besatzung mehr an Bord befindet, müssen die Schnittstellen an Land komplett neu gedacht werden:

  • Autonomes Anlegen: Wie macht ein schiffsführerloses Schiff sicher an der Kaimauer fest? Hier liegt der Fokus auf automatisierten Trossen- oder Magnethaltsystemen.
  • Smarter Umschlag: Krananlagen und Terminals müssen direkt mit dem Schiff kommunizieren, um den Ladevorgang autonom und zentimetergenau zu koordinieren.
  • Digitale Verkehrssteuerung: Der Hafen wird zum hochvernetzten Leitstand. Liegeplätze, Schleusenzeiten und landseitige Kapazitäten werden in Echtzeit zwischen Schiff und Hafen synchronisiert, lange bevor das Schiff überhaupt einläuft.

Die Vision Ein hocheffizientes, digitales Port-Ökosystem, in dem autonome Transporte und smarte Hafeninfrastruktur nahtlos ineinandergreifen. Durch diese intelligente Vernetzung reduzieren wir Wartezeiten, optimieren den Energieverbrauch und machen den umweltfreundlichen Verkehrsträger Binnenschiff noch wettbewerbsfähiger.